Hormon-Ersatztherapie: Schwedische Forscher brechen Studie an Frauen mit Brustkrebs ab
Rückfallquote war nach zwei Jahren stark erhöht
Wegen einer enorm hohen Rückfallquote haben schwedische Mediziner eine Studie zur Hormon-Ersatztherapie bei Frauen mit Brustkrebs vorzeitig abgebrochen. Von 345 Frauen war die Krankheit bei 26, die mit Hormonen behandelt worden waren, erneut ausgebrochen. Dagegen war nur bei 7 Frauen ohne Hormonbehandlung ein Rückfall aufgetreten. Über die Ergebnisse ihrer Studie berichten die Wissenschafter im Fachmagazin The Lancet (Online-Vorabveröffentlichung vom 3. Februar).
Ursprünglich hatten die Mediziner um Lars Holmberg vom Universitätskrankenhaus in Uppsala 1.300 Frauen, bei denen Brustkrebs diagnostiziert und behandelt worden war, über fünf Jahre hinweg begleiten wollen. Ein zufällig ausgewählter Teil von ihnen erhielt dabei in der Menopause eine Hormon-Ersatztherapie, während bei den anderen die Symptome der Wechseljahre ohne Hormone behandelt wurden. Wegen der enormen Unterschiede in der Rückfallquote brachen die Wissenschaftler die Studie jedoch nun nach bereits zwei Jahren ab. Die teilnehmenden Frauen wurden angewiesen, die Hormonbehandlung einzustellen. Sie sollen nun weitere fünf Jahre regelmäßig untersucht werden.
Auch eine kurzzeitige Hormontherapie berge unakzeptabel hohe Risiken für Frauen, die bereits an Brustkrebs erkrankt waren, kommentieren amerikanische Mediziner im Magazin "Lancet" die Ergebnisse. Nun müsse nach neuen und effektiven Methoden zur Behandlung von Frauen in der Menopause gesucht werden.
