Neurodermitispatienten fehlt ein natürlicher Abwehrmechanismus der Haut

Neurodermitispatienten sind vermutlich deshalb sehr anfällig für bakterielle Hautinfektionen, weil sie zwei bakterienabwehrende Eiweißstoffe nicht produzieren können. Diese Entdeckung könnte Medizinern einen völlig neuen Ansatz für die Therapie der Hauterkrankung liefern (New England Journal of Medicine, Ausg. 347, S. 1151).

Die Wissenschaftler um Donald Leung vom National Jewish Medical and Research Center in Denver verglichen Hautproben von acht Neurodermitiskranken mit denen von elf Schuppenflechtepatienten. In mikroskopischen Untersuchungen bestimmten sie die Mengen der antimikrobiellen Peptide "LL-37" und "HBD-2". In der Haut der Probanden, die unter Schuppenflechte litten, fanden sie die beiden Eiweiße, jedoch nicht bei den Versuchsteilnehmern, die Neurodermitis hatten.

Die Haut gesunder Menschen braucht die Peptide nicht. Doch in Haut, die von entzündlichen Krankheiten wie zum Beispiel Schuppenflechte betroffen ist, reichern sich diese Verteidigungsstoffe an. Sie können dann nicht nur bakterielle, sondern auch Viren- und Pilzinfektionen bekämpfen. Die Haut von Neurodermitispatienten scheint jedoch nicht in er Lage zu sein, die Abwehrstoffe zu produzieren. Ein Medikament, das der Haut diese Eiweiße wieder zur Verfügung stellt, könnte Neurodermitiker somit eines Tages helfen, hoffen die Forscher.

 

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