West-Nil-Virus breitet sich in USA aus
Washington (dpa) - In den USA hat es in diesem Jahr die ersten vier Todesopfer im Zusammenhang mit dem durch Mücken übertragenen West-Nil-Virus gegeben. Das bestätigte die Gesundheitsbehörde des Bundesstaates Louisiana am Freitag. Behördensprecher Bob Johannessen sagte, insgesamt seien in dem südlichen Bundesstaat 58 Menschen infiziert. Im vergangenen Jahr habe es lediglich einen Infektionsfall gegeben.
Die neuen Fälle beweisen, dass sich das Virus, das normalerweise in Afrika und dem Nahen Osten vorkommt, in den USA weiter ausbreitet. Bisher war das Virus vor allem an der Ostküste aufgetaucht, wo in den vergangenen zwei Jahren 18 Menschen ums Leben gekommen waren. Dutzende von Kindern und älteren Menschen wurden infiziert.
Vorboten der Gefahr sind meist tote Vögel. Das Virus befällt unter anderem Krähen. So wurde kürzlich im Garten des Weißen Hauses in Washington eine mit dem West-Nil-Virus infizierte tote Krähe gefunden. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Washington war dies bereits der 46. tote Vogel, bei dem seit Beginn des Jahres eine Virusinfektion festgestellt wurde. Menschen haben sich bisher in der US-Hauptstadt nicht infiziert.
Unter normalen Umständen gilt die Infektion nicht als lebensgefährlich. Nur bei älteren oder geschwächten Menschen kann sie unter ungünstigen Bedingungen tödlich verlaufen. Nach Informationen des Robert Koch Instituts (Berlin) beginnt das West-Nil-Fieber abrupt mit Fieber und Muskelschmerzen. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt eine Lymphknotenschwellung hinzu. In wenigen Fällen, vor allem bei älteren Menschen, kann sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen eine Hirnhautentzündung entwickeln.
