Jeder 11. verschiebt Arztbesuch wegen Praxisgebühr

Mainz (dpa) - Jeder elfte Bundesbürger hat einer Umfrage zufolge in diesem Jahr schon einen geplanten Arztbesuch aufgeschoben, um die ein Mal pro Quartal fällige Praxisgebühr einzusparen.

Jeder Zwölfte sei schon krank zur Arbeit gegangen, geht aus einer Repräsentativbefragung im Auftrag Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) unter mehr als 1000 Bundesbürgern hervor. Nach dem DAK-Gesundheitsreport Rheinland-Pfalz für 2003 lag der durchschnittliche Krankenstand der Beschäftigten im Land im vergangenen Jahr noch pro Tag bei unverändert 3,6 Prozent und damit leicht über dem Bundesdurchschnitt von 3,5 Prozent. Den niedrigsten Krankenstand im Ländervergleich verzeichnete laut DAK Baden-Württemberg mit 2,8 Prozent, Berlin den höchsten mit 4,5 Prozent.

Krankgeschrieben wird laut DAK am häufigsten montags. Nach der DAK-Studie wären im Jahr 2003 bundesweit 1,7 Millionen Arztbesuche - und in Rheinland-Pfalz 81 000 Arztbesuche - vermeidbar gewesen. Dies hätte alleine in Rheinland-Pfalz mehr als eine Million Euro sparen können. Denn die Umfrage des Berliner Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung für die DAK ergab, dass jeder fünfte nur kurzzeitig krankgeschriebene Arbeitnehmer ausschließlich wegen der entsprechenden Bescheinigung für den Arbeitgeber zum Arzt ging. Ein Drittel der Personalverantwortlichen in Unternehmen schätzen laut Umfrage die «Blaumacher» in ihren Betrieben auf 10 bis 20 Prozent.

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