Symptome von psychischen Störungen oft verkannt

Köln (dpa) - Alarmzeichen für psychische Erkrankungen werden nach Expertenangaben oft verkannt. Neue Möglichkeiten böten so genannte Früherkennungszentren, teilten Fachleute in Köln mit. «Im Augenblick können wir das Risiko einer Schizophrenie- Erkrankung genauer diagnostizieren als die niedergelassenen Therapeuten», sagte Diplompsychologe Daniel Köhn.

«Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Patienten Hilfe suchen und es dann im Schnitt über ein Jahr dauert, bis eine adäquate Behandlung beginnt», kritisierte Köhn vom Kölner Früherkennungszentrum. Der Grund sei, dass oft uncharakteristische Symptome wie Konzentrationsschwierigkeiten von Patienten, Hausärzten und Therapeuten nicht in Verbindung mit einer psychischen Erkrankung gebracht würden.

In Früherkennungszentren würden deshalb Diagnostik-Workshops für Beratungsstellen, Schulpsychologen und Psychotherapeuten angeboten. Nach internationalen Studien erkrankt weltweit jeder hundertste Mensch im Lauf seines Lebens an Schizophrenie. Fünf von hundert Deutschen leiden laut Forschungsinstituten an einer behandlungsbedürftigen Depression. Depressionen seien die am weitesten verbreitete psychische Störung in Deutschland.

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