Vogelgrippe erstmals in türkischem Ägäis-Urlaubsort

Istanbul - Die Vogelgrippe ist in der Türkei erstmals auch in einem Urlaubsort an der ägäischen Küste aufgetaucht. Das Virus sei in der Stadt Kusadasi (deutsch: Vogelinsel) festgestellt worden, nachdem dort Tauben, Amseln und Ringeltauben verendet seien, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. In der Stadt und ihrem Umkreis solle jetzt alles Hausgeflügel vorsorglich getötet werden. Damit hat sich die Vogelgrippe erstmals auch im Südwesten der Türkei gezeigt. Die Ende vergangenen Jahres im Osten des Landes ausgebrochene Tierseuche hat sich seither im Südosten, in der Mitte des Landes mit der Hauptstadt Ankara, am Schwarzen Meer im Norden und im Westen bis Istanbul ausgebreitet.

Bei mehr als 20 Patienten, die im europäischen Teil Istanbuls auf Vogelgrippe getestet wurden, habe sich kein Hinweis auf eine Infektion ergeben, berichtete der Nachrichtensender CNN-Türk. Landesweit werden zurzeit 12 Menschen in Krankenhäusern behandelt, bei denen der gefährliche Vogelgrippe-Erreger H5N1 nachgewiesen worden war. In der Universitätsklinik der osttürkischen Stadt Van waren in den ersten Tagen des neuen Jahres drei Kinder einer Familie gestorben. Nur der Jüngste überlebte. Er wurde mittlerweile als geheilt aus der Klinik entlassen.

Zuvor hatte der Deutsche Bauernverband angesichts immer neuer Vogelgrippe-Fälle strengere Kontrollen gefordert. «Bei Reisenden aus der Türkei und importierten Waren muss ganz genau hingeschaut werden», sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner der «Neuen Presse» (Hannover).

Die Bundesländer müssten ihre Anstrengungen zur Abwehr der Vogelgrippe verstärken, meinte Sonnleitner. Nachdem die Vogelgrippe in der Türkei sich auf den europäischen Teil des Landes ausgedehnt hatte, begannen am Montag in Deutschland bereits schärfere Kontrollen der Reisenden aus der Türkei und Südosteuropa. Hessischen Gesundheitsbehörden kontrollierten laut Umweltministerium mehrere Busse. 200 Kilogramm Risiko-Lebensmittel wie Geflügelfleisch oder Eier wurden sichergestellt. Das Agrarministerium in Niedersachsen wies die Sicherheitsbehörden an, Flüge aus der Türkei stärker zu überprüfen. Auch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern setzen auf mehr Kontrollen.

In der EU gilt bereits ein Einfuhrverbot für Geflügel und Geflügelprodukte aus der Türkei und anderen betroffenen Ländern. Außerdem soll vom heutigen Dienstag an das Importverbot für Geflügelprodukte aus den östlichen Nachbarländern der Türkei auch auf Federn ausgedehnt werden. Wer gegen das Importverbot verstößt, muss mit Bußgeldern von bis zu 25 000 Euro rechnen.

 

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