Die Apothekerkammer informiert
Die Apothekerkammer informiert, 18.02.2003: Pressemitteilung 1/2003
Voraussagen der Apotheker werden wahr
Personal wird entlassen, Apotheken werden geschlossen
Hannover (14. Februar 2003). "Die Voraussagen der Apotheker beginnen sich zu bewahrheiten. Als Auswirkung des Beitragssatzsicherungsgesetzes werden Arbeitszeiten der Apothekenmitarbeiter reduziert oder Personal entlassen. Erste Apotheken haben ihren Betrieb für immer eingestellt." So stellt sich sechs Wochen nach Inkrafttreten des Spargesetzes die Situation in Niedersachsen für Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer, dar. Gleichzeitig kann sie feststellen, dass etliche Argumente, die die Berufsvertretung unermüdlich vorbringt, zunehmend Gehör finden.
Noch vor der Wahl hatte die Kammerpräsidentin an die vier im Landtag vertretenen Fraktionen geschrieben und um Stellungnahme zu den wichtigsten Punkten in der Reformdiskussion gebeten. In vielen Punkten deckungsgleich sind die Argumente der FDP. Landesvorsitzender Walter Hirche will keinerlei Abstriche bei der Arzneimittelsicherheit machen. Diese sähe er durch die Einführung des Versandhandels für Arzneimittel gefährdet. Dies bestätigt auch Brigitte Pothmer, sozial- und gesundheitspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen. "Der Versandhandel ist keine Alternative zur Präsenzapotheke", schreibt die Politikerin. Vielmehr sei der Haus-zu-Haus-Bringdienst wie er sich etwa in Hannover gebildet habe, ein Service für mobilitätseingeschränkte Patientinnen und Patienten und damit eine Alternative zum Versandhandel.
Die Arzneimittelpreisverordnung, die die Regierung in einem nächsten Reformschritt verändern will, hat sich nach Meinung von Walter Hirche vom Grundsatz her bewährt. "Sie ist ja kein Schutzmechanismus für die Apotheker, sondern für die Patienten, die davor geschützt werden sollen, im Krankheitsfall erst durch die halbe Stadt fahren zu müssen, um Preise zu vergleichen." Bündnis90/Die Grünen sehen zwar Reformbedarf. Eine Änderung dürfe aber die Apotheken nicht noch mehr belasten.
"Es gibt also einige Zeichen dafür, dass die nächste Gesundheitsreform vernünftig ausgestaltet wird", sagt Linz. Mit großer Sorge sieht die Kammerpräsidentin allerdings, dass zum Beispiel in Hannover bereits drei Apotheken ihren Betrieb eingestellt haben. "Bild" Hannover hat in ihrer Ausgabe vom 11. Februar ausführlich darüber berichtet. "Wenn all die Patienten nun in andere Apotheken strömen, wird das sowieso schon knapp bemessene Personal keine Zeit mehr für Beratung und Zuwendung haben, und Wartezeiten werden wir auch nicht mehr ausschließen können", so Linz.
