Impfschutz für Kinder
- Diphterie
- Tetanus - Wundstarrkrampf
- Pertussis - Keuchhusten
- Haemophilus - Influenza b (Hib)
- Poliomelytis - Kinderlähmung
- Masern
- Mumps
- Röteln
- Hepatitis A
- Hepatitis B
- Windpocken
Diphtherie
Die Diphtherie ist eine schwerwiegende, bei nicht ausreichender und
vor allem nicht sehr frühzeitiger Behandlung oft tödlich verlaufende bakterielle Infektionskrankheit. Sie wird über Tröpfcheninfektion, also über die Atemluft übertragen. Die Diphtherie äußert sich zunächst als Rötung des Rachens mit Schwellung der Mandeln und einem ausgeprägten allgemeinen Krankheitsgefühl.
Das Krankheitsbild sieht zunächst wie eine Halsentzündung aus. Im Rachen bilden sich im Verlauf der Erkrankung weiße und später bräunliche Beläge. Der Atem ist süßlich. Gefährlich sind sowohl die örtliche Wirkung des bakteriellen Gifts oder Toxins als auch seine Fernwirkung über
den Blutweg.
Das Gift kann zu Herzmuskelschäden und zu Nervenlähmungen führen.
Die Diphtherie gehört zu den meldepflichtigen Krankheiten. Früher war sie eine der gefürchtetsten Infektionskrankheiten und wurde im Volksmund "Würgeengel der Kinder" genannt. Infolge der vorbeugenden Impfung tritt sie bei uns jedoch nur noch selten auf. Trotzdem sind in den letzten Jahren wieder Krankheitsfälle, vor allem unter Erwachsenen, beobachtet worden. Dies liegt daran, daß die Diphtherie durch Erwachsene, die keinen Impfschutz besitzen, nach Reisen in andere Länder auch bei uns wieder eingeschleppt wurde. Regelmäßige Auffrischungen, auch für Erwachsene, sollten deshalb unbedingt durchgeführt
werden !
Der Wundstarrkrampf ist eine Krankheit, die durch ein im Schmutz und in der Erde vorkommendes Bakterium verursacht wird. Der Erreger ist also praktisch überall, und ihm ist nicht aus dem Wege zu gehen. Die auch in nur kleinen Verletzungen mit dem Schmutz eingebrachten Erreger vermehren sich und bilden ein Gift oder Toxin, das zur Verkrampfung der Körpermuskeln führt. Nach 4 bis 21 Tagen kann es zur Lähmung der Atemmuskulatur kommen und somit zum Tod durch Ersticken.
Infolge der vorbeugenden Impfung ist die Anzahl der Tetanus-Fälle deutlich gesunken. Auch im Verletzungsfall kann eine sofortige Impfung Nutzen bringen. Ist jedoch der Wundstarrkrampf erst einmal ausgebrochen, wird eine erfolgreiche Behandlung schwierig. Etwa jede zweite Erkrankung verläuft tödlich. Da Tetanuserreger überall im Boden vorkommen können, ist es wichtig, auf einen entsprechenden Impfschutz zu achten und regelmäßige Auffrischimpfungen vornehmen zu lassen.
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Der Keuchhusten ist eine schwere Infektionskrankheit, an der in Deutschland noch 1994 schätzungsweise 100.000 Kinder erkrankten. In Ländern, in denen konsequent gegen Keuchhusten geimpft wird, ist diese Krankheit dagegen sehr selten geworden. Sie tritt vor allem im Säuglingsalter und bis zum 6. Lebensjahr auf, kann aber auch Jugendliche und Erwachsene befallen.
Pertussis wird durch das Bakterium "Bordetella pertussis" hervorgerufen, das durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Die Krankheit ist sehr langwierig ( "100 Tage Husten" ) und durch schwere, krampfartige Hustenanfälle, Atemnot und Fieber gekennzeichnet. Das ist der "normale" Verlauf. Problematisch können Folgeerkrankungen nach Keuchhusteninfektionen werden, zu denen Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen und Erkrankungen des Gehirns gehören. Eine Lungenentzündung tritt z.B. im 1. Lebensjahr bei jedem fünften, im 2. bis 4. Lebensjahr bei jedem zehnten Kind auf, das an Keuchhusten erkrankt. Beunruhigend für alle Eltern ist darüber hinaus, daß es praktisch keine Therapie gibt, mit der sich der quälende Keuchhusten lindern oder bekämpfen ließe.
Besonders gefährlich kann die Erkrankung im frühen Säuglingsalter werden, da dann oft gar kein Husten auftritt, sondern es zu Erstickungsanfällen ohne vorhergehende Krankheitszeichen kommen kann ( u.U. als "plötzlicher Kindstod" eingestuft ).
Ein rechtzeitiger Impfschutz gegen Keuchhusten kann Ihrem Kind also nicht nur eine quälende lange Krankheit ersparen, sondern sogar lebensrettend sein.
Die Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis
Zur Schutzimpfung gegen Diphtherie und Tetanus oder gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis stehen Kombinationsimpfstoffe ( DT-Impfstoff und DTP-Impfstoff ) zur Verfügung: Die Impfung gegen diese Erkrankungen kann mit einer einzigen Spritze pro Impftermin durchgeführt werden.
In weiten Teilen Deutschlands wurde in den vergangenen Jahren nur sehr zurückhaltend gegen Pertussis geimpft, was zu der großen Zahl an Keuchhusten-Erkrankungen pro Jahr in Deutschland geführt hat. Grund dafür waren die ehemalig vermuteten vermeintlichen schwerwiegenden Risiken der Keuchhusten-Impfung, die inzwischen durch wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig widerlegt worden sind. Die früher eingesetzten "Ganzkeim-Impfstoffe", die ganze abgetötete Keuchhusten-Erreger enthalten, waren häufig mit Impfreaktionen, insbesondere Fieber, verbunden. Um diese Nebenwirkungen den Kindern zu ersparen, blieben viele Kinder ungeimpft und unnötig dem Krankheitsrisiko ausgesetzt.
Die heute verfügbaren azellulären Keuchhusten-Impfstoffe enthalten nur noch die Bestandteile, die für den Aufbau eines Schutzes notwendig sind. Alle anderen Bestandteile, die für die Nebenwirkungen verantwortlich gemacht werden können, sind in dem azellulären Impfstoff nicht enthalten. Das führt dazu, daß die Keuchhusten-Impfung heute viel verträglicher ist. Die Nebenwirkungen dieser Impfung sind harmlos und von vorübergehender Natur. Wie bei jeder Impfung kann es zu einer Rötung oder Schwellung an der Impfstelle und leichtem Schmerz oder auch einmal zu leichtem Fieber kommen.
Das Impfschema für die azelluläre Kombinationsimpfung ( DTPa ) ist 3 x im 1. Lebensjahr ( möglichst früh beginnen ! ) und 1 x im 2. Lebensjahr.
Ab dem 6. und im 11. bis 18. Lebensjahr sollte der Impfschutz gegen Diphtherie und Tetanus aufgefrischt werden. Dafür steht ein Impfstoff mit geringerer Diphtherie-Komponente zur Verfügung ( Td-Impfstoff ), der von älteren Kindern und Erwachsenen besser vertragen wird. Alle 10 Jahre sollte dann die Auffrischung des Schutzes gegen Diphtherie und Tetanus mit diesem Impfstoff vorgenommen werden.
Haemophilus influenzae b ( Hib )
Von der Hib-Erkrankung sind besonders Kinder im 1. bis 6. Lebensjahr bedroht.
Der Erreger ist ein Bakterium, das aufgrund seines Namens häufig
mit dem Erreger der Influenza - der Virusgrippe - verwechselt wird.
Dieses Bakterium verursacht aber ganz andere Krankheitserscheinungen.
Besonders gefürchtete Hib-Infektionen sind eitrige Hirnhautentzündung ( Meningitis ), die zu Folgeschäden von Hörschäden bis zu Entwicklungsstörungen führen kann, und die Entzündung des Kehldeckels ( Epiglottitis ), die zu Erstickung führen
kann.
Auch auf Grund zunehmender Unempfindlichkeiten gegen Antibiotika ist
eine Schutz- impfung zur Vorbeugung einer Erkrankung unbedingt ratsam.
Besonders gefährdet sind bereits Kinder ab 6 Monaten, weshalb die Impfung möglichst frühzeitig begonnen und vollständig
abgeschlossen werden sollte. Nach dem 6. Lebensjahr ist eine Impfung
in der Regel nicht mehr notwendig.
Auch mit der Impfung gegen Haemophilus influenzae b kann ab Beginn des 3. Lebens- monats angefangen werden. Der Impfstoff enthält Bestandteile aus der Bakterienkapsel und wird im 1. Lebensjahr 2 bis 3 x verabreicht.
Für die Impfung steht auch ein Vierfach-Kombinationsimpfstoff ( DTPa+Hib ) zur Verfügung, mit dem gleichzeitig ein Schutz gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Hib-Infektionen erreicht werden kann. Dieser wird 3 x im 1. Lebensjahr gegeben. Nach der Impfung kann es gelegentlich zu Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle und zu Allgemeinreaktionen wie Fieber kommen.
Auch Hautausschläge sind beobachtet worden. Die Impfung gegen Hib-Infektionen ist sehr gut verträglich.
Poliomyelitis - Kinderlähmung
Poliomyelitiserkrankungen sind uns heute fast nicht mehr gegenwärtig, da sie seit Einführung der Schluckimpfung 1962 glücklicherweise fast vollständig zurückgedrängt wurden.
Dies führte aber leider auch dazu, daß wir uns in großer Sicherheit wiegen und möglicherweise die Impfung nicht mehr als erforderlich ansehen. Dadurch kann es immer wieder zu Epidemien kommen. Aus diesem Grund ist es wichtig und erforderlich, daß nicht nur Kinder gegen Poliomyelitis geimpft werden, sondern daß auch die Erwachsenen vor Reisen in Gebiete, in denen die Kinderlähmung noch häufig vorkommt, notwendige Auffrischungen erhalten.
Der Erreger der Kinderlähmung gelangt meist durch Fehler bei der Hygiene über Nahrungsmittel zum Menschen. Häufig verlaufen die Infektionen unsichtbar, d.h. ohne irgendwelche Krankheitssymptome ( wie z.B. Durchfall, Fieber, Atemwegskatarrh o.ä. ). Die Kinderlähmung kann aber auch akut verlaufen. Sie führt dann zu Komplikationen wie Lähmungen und Schädigungen des zentralen Nervensystems, gegen die es keine Behandlungsmöglichkeit gibt. Gerade bei Erwachsenen verläuft die Poliomyelitis oft besonders schwer.
Seit Anfang 1998 wird zur Impfung gegen Poliomyelitis generell ein inaktivierter Impfstoff
( IPV ) von der STIKO empfohlen, wie er z.B. in den Niederlanden und Skandinavien schon seit vielen Jahren verimpft wird. Dieser Totimpfstoff enthält keine vermehrungsfähigen Impfkeime mehr, die Symptome auslösen könnten ähnlich wie nach einer natürlichen Infektion. Dieser neue Impfstoff ist also besonders gut verträglich und schützt gegen die Erkrankung.
Von dem Erreger der Kinderlähmung, dem Polio-Virus, gibt es drei verschiedene Typen.
In jeder Impfdosis sind alle drei abgetöteten Virustypen enthalten. Damit aber ganz sicher gegen jeden der Typen die entsprechenden Abwehrstoffe gebildet werden können, ist es bei der Grundimmunisierung gegen Kinderlähmung nötig, den Impfstoff mehrfach zu verabreichen. Mit der 1. Impfung kann ab Beginn des 3. Lebensmonats begonnen werden. Unser Körper bildet dann einen wirksamen Immunschutz gegen diese Krankheit.
Eine Auffrischung sollte 10 Jahre nach der ersten Polio-Impfung vorgenommen werden und später vor Reisen, insbesondere, wenn Reisen in warme Länder bzw. Reisen in Länder geplant sind, in denen die Poliomyelitis noch häufiger ist. Bei der Auffrischimpfung genügt dann eine Dosis, denn das Gedächtnis des Abwehrsystems erinnert sich sofort an die Erreger und bildet neue Abwehrstoffe.
Die Kombinationsimpfung DTPa + Poliomyelitis ( IPV ) + Hib
Seit kurzem gibt es auch mit dem neuen und besser verträglichen azellulären Keuchhustenimpfstoff die Möglichkeit, gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Poliomyelitis und Hib-Infektionen mit einer einzigen Spritze zu schützen. Umfangreiche Voruntersuchungen lassen den Schluß zu, daß die Impfung mit dem Kombinations- impfstoff genauso wirksam ist wie die getrennte Verimpfung der Einzelimpfstoffe. Er hat den Vorteil, daß gleichzeitig alle Begleitstoffe, die in einer Impfung enthalten sein müssen, auch nur einmal verabreicht werden.
Die Impfung wird ab Beginn des 3. Lebensmonats 3 x im Abstand von vier Wochen und 1 x im 2. Lebensjahr gegeben. Durch die Kombination der einzelnen Impfstoffbestandteile verändert sich nicht die gute Verträglichkeit. Die Nebenwirkungen entsprechen der Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis, da die Polio- und Hib-Impfungen sehr gut vertragen werden. Zu erwarten sind lokale Reaktionen wie Rötung, Schwellung und Druckschmerz an der Impfstelle, sowie selten Fieber.
Auffrischimpfungen gegen Diphtherie und Tetanus sollten ab Beginn des 6. Lebensjahres ( vor Schuleintritt ) und im 11. bis 18. Lebensjahr durchgeführt werden. Die Auffrisch- impfung gegen Poliomyelitis wird ab dem 11. bis 18. Lebensjahr durchgeführt. Von da an sollten Sie etwa alle 10 Jahre an eine Auffrischimpfung für den Schutz gegen Diphtherie und Tetanus denken.
Masern
Häufig beginnen die Masern mit Schnupfen, Husten und Fieber. Der typische Hautausschlag tritt dann einige Tage später auf. Während dieser Zeit ist der Patient hoch ansteckend. Obwohl Masern eine schwere Erkrankung darstellen, werden sie vielfach noch als harmlose Kinderkrankheit angesehen.
Zwar heilen die Masern in den meisten Fällen problemlos aus, doch können auch schwere Komplikationen wie Mittelohr- und Lungenentzündungen auftreten. Gefürchtet ist vor allem die Gehirnentzündung, die in einem von tausend Masernfällen auftritt und bei einem Drittel der Erkrankten bleibende Schäden hinterlassen kann. Bei sehr schwerem Verlauf kann die Erkrankung sogar zum Tod führen.
Eine Behandlung der Masern mit Medikamenten, die die Ursache der Erkrankung bekämpfen, gibt es nicht. Aus diesen Gründen ist die Impfung von Kleinkindern als Vorsorgemaßnahme von größter Wichtigkeit und in ihrer Bedeutung unumstritten.
Am häufigsten erkranken Kinder zwischen dem 4. und 15. Lebensjahr an Mumps. Im allgemeinen beginnt die Erkrankung mit Abgeschlagenheit, erhöhter Temperatur, Kopf- , Hals- und Ohrenschmerzen. Danach kommt es zum Anschwellen der Ohrspeicheldrüse, d.h. der Patient hat dicke Wangen und Schmerzen beim Kauen. Bereits eine Woche vor Beginn dieser Schwellung kann der Patient Kontaktpersonen mit dem Krankheitserreger infizieren.
Auch die Mumps-Erkrankung verläuft nicht immer komplikationslos. Es können Hör- schäden zurückbleiben und in einigen Fällen kommt es zur Erkrankung des zentralen Nervensystems. Vor Einführung der Impfung war Mumps die häufigste Ursache für virale Hirnhautentzündungen bei Kindern. Diese können auch heute noch in bis zu 10 % der Mumpsfälle auftreten. Auch Jugendliche und Erwachsene können an Mumps erkranken. Dies kann beim Mann in bis zu 25 % der Erkrankungen zur Hodenentzündung und in seltenen Fällen bei Frauen zur Entzündung der Eierstöcke führen. Hier helfen keine Medikamente, so daß Sterilität die Folge sein kann. Eine Impfung bietet Schutz vor der Mumps-Erkrankung und ihren Komplikationen.
Die Röteln sind eine akute Infektionserkrankung, die häufig bei Kleinkindern und Jugendlichen auftritt und in der Regel einen leichten Verlauf nimmt. Röteln werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Dies kann beispielsweise schon durch ein Küßchen, das ein Kind seiner Mutter gibt, erfolgen. Ungefähr 50 % der infizierten Kinder zeigen zwar keine sichtbaren Krankheitssymptome, können aber die Krankheitserreger auf andere übertragen.
Die Röteln beginnen mit leichten Anzeichen eines Atemwegskatarrhs. Danach tritt, oft nach auffälliger Gesichtsrötung, ein Hautausschlag auf, der ungefähr 2 - 3 Tage andauert. Für Kinder und Jugendliche stellt die Rötelnerkrankung eine fast komplikationsfreie Kinderkrankheit dar. Sind Erwachsene betroffen, können in Einzelfällen Gelenkschmerzen auftreten. Infiziert sich aber eine gegen Röteln nicht geschützte werdende Mutter während der Schwangerschaft mit dem Rötelnvirus, führt dies häufig zu schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes. In Deutschland sind dies jährlich noch bis zu 100 Kinder. Besonders gefährlich ist eine Infektion während der ersten 3 Schwangerschaftsmonate. Über 60 % der Kinder kommen dann mit Augenschäden, Taubheit, Herzfehlern und Hirnschädigungen zur Welt. Auch eine medikamentöse Behandlung kann dies nicht verhindern, so daß die Prophylaxe die wichtigste Maßnahme ist.
Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln
Für die Impfung stehen Kombinationsimpfstoffe mit allen drei Erregern zur Verfügung.
Es werden lebende abgeschwächte Viren geimpft, die sich begrenzt vermehren, aber nicht mehr die Krankheit auslösen können. Dadurch werden körpereigene Abwehrstoffe gebildet, die die Viren zerstören und eine langandauernde Immunität hinterlassen.
Derzeit wird empfohlen, alle Kleinkinder ab dem 12. Lebensmonat erstmals gegen Masern, Mumps und Röteln zu impfen. Das Ziel dieser Impfung ist es, die Kinder vor einer Erkrankung und den möglichen Komplikationen zu bewahren. Dieser Schutz wirkt sich aber auch auf die Kontaktpersonen des Geimpften aus. Die Übertragungskette der Viren vom Kind auf andere Personen wird unterbrochen, womit eine weitere Ausbreitung der Krankheitserreger vermieden wird. Nur wenn sowohl Jungen als auch Mädchen geimpft werden, sinkt das Risiko einer Ansteckung. Insbesondere bei Röteln bedeutet dies, daß sich durch die geringe Infektionsgefahr für schwangere Frauen auch die schwerwiegenden Folgen für das ungeborene Leben vermeiden lassen. So kann sich ein Schutz in der gesamten Bevölkerung aufbauen.
Warum ein 2. Mal impfen ?
Eine Wiederimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln ist von besonderer Bedeutung.
Sie ist unerläßlich, um den Impfschutz in der gesamten Bevölkerung weiter auszubauen und umfassend zu gewährleisten. Daher wird eine zweite Impfung sowohl für Mädchen als auch für Jungen ab dem vollendeten 5. Lebensjahr ( vor Schuleintritt ) öffentlich empfohlen. Dies gilt auch für Kinder, die bereits eine der Erkrankungen durchgemacht haben. Eine Altersbegrenzung für die Masern-Mumps-Röteln-Impfung gibt es nicht, so daß versäumte Impftermine auch später nachgeholt werden können. Durch die 2. Impfung wird die körpereigene Abwehr erneut aktiviert und der individuelle Schutz der einzelnen Kinder auch für das Erwachsenenalter gestärkt. Gleichzeitig werden so immer weniger Personen zu einer Ansteckungsquelle für andere. Nur so ist das Ziel zu erreichen, die Erreger der Masern- , Mumps- und Röteln-Erkrankungen eines Tages völlig auszurotten.
Hepatitis A
Die Gefahr, sich mit dem Hepatitis-A-Virus zu infizieren, wird leider oft noch unterschätzt. Dabei liegt die Zahl der jährlichen Fälle vergleichbar hoch wie die der Heptitis B.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gibt es jährlich ca. 50.000 Hepatitis- A-Neu- infektionen in Deutschland. Ausgehend von einem oft importierten Fall kommt es regelmäßig zu Ausbrüchen in Kindergärten, Schulen und Familien. Dies macht die Hepatitis A nicht nur bei Reisen in Endemieländer, sondern auch in Deutschland zu einem immer wiederkehrenden Problem.
Das Hepatitis-A-Virus ist weltweit verbreitet. Es ist in der Umwelt sehr stabil und wird vor allem durch verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder durch Schmierinfektionen übertragen.
Das Hepatitis-A-Virus befällt die Leber und führt dadurch zu Gelbfärbung der Haut ( Gelbsucht ). Die Erkrankung kann Wochen, manchmal sogar Monate andauern. Bereits vor Beginn der Beschwerden scheidet der Infizierte in großen Mengen Erreger aus und kann so zu einer Ansteckungsquelle für andere werden.
Gerade Kinder stellen für ihre Umgebung eine hohe Infektionsgefahr dar, da sie oft keine Beschwerden zeigen. Sie gehen weiter zur Schule oder in den Kindergarten, spielen unbekümmert mit anderen und geben den Erreger dadurch weiter. Über Schmier- infektionen können die infizierten Kinder dann nichtsahnende Erwachsene anstecken, bei denen die Krankheit manchmal zu monatelanger Arbeitsunfähigkeit führt - und unter Umständen kann sie auch lebensbedrohend sein.
Die Impfung gegen Hepatitis A
Selbst bei größter Vorsicht läßt sich eine Infektion mit dem Hepatitis-A-Virus nicht ausschließen. Einen Schutz vor Erkrankung gibt die Impfung.
Die Impfung gegen Hepatitis A hat sich als sicher, gut verträglich und hoch wirksam erwiesen. Nach Abschluß der Grundimmunisierung ist Ihr Kind jahrelang vor der Virusinfektion geschützt.
Weitere Informationen zur Hepatitis-A-Impfung gibt Ihnen Ihr Arzt.
Hepatitis B
Die bisherige Impfpraxis sah eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B nur für sogenannte Risikogruppen vor, also für all die Personen, die im Beruf mit Blutprodukten zu tun haben oder sich aus anderen Gründen leicht infizieren können, da Hepatitis B ca. 50 - 100 mal infektiöser ist als beispielsweise HIV. Zu einer Abnahme der Hepatitis B-Infektion in Deutschland kam es aber trotzdem nicht.
Nach vorsichtigen Schätzungen infizieren sich hierzulande jedes Jahr etwa 50.000 Menschen mit Hepatitis B. Davon sind rund 13 % Kinder unter 15 Jahren, die sich beispielsweise durch Verletzungen bei anderen Kindern anstecken. Zusätzlich werden jedes Jahr ca. 1.000 Kinder bei der Geburt mit dem Hepatitis B-Virus infiziert.
Die meisten Infektionen erfolgen jedoch zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr, wobei die Übertragung durch Sexualkontakte die wichtigste Rolle spielt. Die größte Gefahr bei einer Hepatitis B-Infektion ist vor allem der Übergang der akuten Erkrankung in ein chronisches Stadium mit Leberzirrhose oder sogar Leberkrebs.
Je früher eine Infektion stattgefunden hat, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen chronischen Hepatitis. Eine Infektion des Kindes bei der Geburt führt in 90 % der Fälle zu einer chronischen Infektion. Um eine Infektion während der Geburt zu verhindern, sollte jede Schwangere auf Hepatitis B untersucht werden, da in dem Fall das Neugeborene gleich nach der Geburt zuverlässig durch Impfung geschützt werden kann.
Auch bei Infektion im Kleinkindalter wird die Hepatitis noch zu 50 % chronisch. Daher sollten vor allem alle Kinder gegen Hepatitis B geschützt werden.
Die Impfung gegen Hepatitis B
Um das Problem der Hepatitis B langfristig auch in Deutschland in den Griff zu bekommen, hat man sich dazu entschlossen, die Hepatitis B-Impfung aller Kinder in den allgemeinen Impfplan der STIKO mit aufzunehmen.
Die Impfung wird ab Beginn des 3. Lebensmonats gleichzeitig mit der ersten und dritten Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Hib durchgeführt. Die dritte Hepatitis B-Impfung findet dann im zweiten Lebensjahr statt. Zusätzlich sollten ab Beginn des 11. Lebensjahres ( 10. Geburtstag ) bis zum 18. Lebensjahr alle ungeimpften Jugendlichen gegen Hepatitis B immunisiert werden.
Die Impfung wird gut vertragen. Als Nebenwirkungen können lokale Reaktionen wie Rötung, Schwellung und Schmerz an der Impfstelle auftreten, als allgemeine Beschwerden selten Abgeschlagenheit, grippeähnliche Symptome, Übelkeit oder Bauchschmerzen.
Neben den im Impfplan vorgesehenen Routineimpfungen können Impfungen gegen weitere Infektionskrankheiten für Kinder sehr wichtig sein. Hierzu gehören der Schutz gegen Hepatitis A und Windpocken.
Windpocken
Die hohe Ansteckungsgefahr (ein einstündiger Aufenthalt in einem Zimmer mit einem Infizierten gilt als sicherer Weg, sich anzustecken ) und die schnelle Verbreitung -buchstäblich "wie der Wind" -
gaben den Windpocken ihren Namen
Verursacht werden Windpocken durch das Varizella-Zoster-Virus, das zur Familie der Herpes-Viren gehört. Typische Krankheitszeichen der Windpocken sind unangenehm juckende Hautausschläge, die etwa 11 bis 22 Tage nach der Ansteckung auftreten.
Bei harmlosem Verlauf bleiben sie ohne weitere Folgen und heilen relativ schnell wieder ab.
Bereits zwei Tage vor Auftreten der Symptome ist der Patient infektiös und bleibt dies bis zum Verkrusten der letzten Bläschen. Daher können erkrankte Kinder bis zu 3 Wochen weder Kindergarten noch Schule besuchen, so daß für berufstätige oder alleinerziehende Eltern große Betreuungsprobleme entstehen können.
Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr bekommt man die Windpocken in aller Regel schon im Kindesalter. Treten sie bei älteren Kindern auf, können sie ausgeprägter und komplikationsreicher verlaufen. generell ist nicht auszuschließen, daß die harmlose Kinderkrankheit in schwere Komplikationen umschlägt. Mögliche Folgen sind zum Beispiel Mittelohrentzündung, Lungenentzündung oder Hepatitis.
Häufige Komplikationen können durch Aufkratzen der juckenden Hautausschläge entstehen. Dies kann Entzündungen und Vernarbungen zur Folge haben.
Die Impfung gegen Windpocken
Mit der Impfung werden dem Körper abgeschwächte, nicht ansteckungsfähige Varizella- Zoster-Viren zugeführt. Der Körper produziert nun gezielt Abwehrstoffe und wird auf diese Weise immun.
Geimpft werden können gesunde Kinder ab 9 Monaten bis zum vollendeten 6. Lebensjahr. Personen, für die eine Windpockeninfektion ein besonderes Gesundheitsrisiko darstellt, und deren Kontaktpersonen können auch über das 6. Lebensjahr hinaus geimpft werden. Für diese Risikopatienten empfiehlt die Ständige Impfkommission ( STIKO ) unbedingt die Schutzimpfung, soweit sie die Krankheit noch nicht durchgemacht haben:
- Kinder mit schwerer Neurodermitis.
- Kinder mit Leukämie.
- Kinder mit soliden bösartigen Tumoren.
- Kinder bei geplanter Immunsuppression wegen schwerer Autoimmunerkrankungen vor Organtransplantationen bzw. schwerer Niereninsuffienz (genaue Auskunft darüber gibt Ihr Arzt).
- Geschwister und Eltern dieser vorstehend genannten sogenannten "Risikopersonen".
- Frauen mit Kinderwunsch (eine Ansteckung während der Schwangerschaft kann zu schweren Schädigungen des Neugeborenen führen).
Auch enge Kontaktpersonen ohne Windpocken-Antikörper ( z.B. Familienmitglieder ) sollten in diesem Fall zur Sicherheit geimpft werden. Die Krankenkasse übernimmt dafür die Kosten.
In Erwägung zu ziehen wäre darüber hinaus die Schutzimpfung bei Kindern von alleinerziehenden und berufstätigen Eltern wegen der langwierigen Krankheitsdauer und der notwendigen Isolation.
Mit zunehmendem Lebensalter ist außerdem jeder einem erhöhten Risiko ausgesetzt, der noch keine Windpocken durchgemacht hat. Denn je später die Infektion erfolgt, desto schwerer ist in der Regel der Krankheitsverlauf.
